Generalinspektion Fettabscheider: Was Betriebe wissen müssen
Regelmäßig steht die Generalinspektion Ihres Fettabscheiders an. Was geprüft wird, wer prüfen darf und wie Sie den Termin nicht verpassen.
Was ist die Generalinspektion?
Die Generalinspektion ist eine umfassende technische Prüfung des Abscheiders durch einen unabhängigen Fachkundigen. Sie geht deutlich über die regulären Eigenkontrollen und Wartungen hinaus: Der Fachkundige beurteilt den Gesamtzustand der Anlage, ihre Konformität mit Normen und der Baugenehmigung sowie die Vollständigkeit der Dokumentation.
Ablauf der Generalinspektion
Termin vereinbaren
Beauftragen Sie einen Fachkundigen — etwa über TÜV, DEKRA, GTÜ oder regionale Fachbetriebe. Termine sollten frühzeitig geplant werden, da Prüfkapazitäten begrenzt sein können.
Betriebstagebuch bereitstellen
Halten Sie das vollständige Betriebstagebuch mit allen Eigenkontrollen, Leerungsnachweisen und Wartungsprotokollen des zurückliegenden Prüfzeitraums bereit.
Prüfung vor Ort
Der Fachkundige prüft Dichtheit (oft per Druckprüfung), alle mechanischen Komponenten, Sauberkeit und Zugänglichkeit der Anlage sowie die Übereinstimmung mit der Baugenehmigung.
Prüfprotokoll
Nach der Prüfung erhalten Sie ein Prüfprotokoll. Bei Mängeln sind diese innerhalb einer Frist zu beheben — dann erfolgt eine Nachprüfung.
Ins Betriebstagebuch eintragen
Das Prüfprotokoll ist dem Betriebstagebuch beizufügen; die Aufbewahrungsdauer ergibt sich aus örtlicher Vorgabe, Genehmigung und anwendbarer Regel.
Typische Prüfpunkte
- Dichtheitsprüfung (Lecktest) aller Behälterbereiche
- Zustand und Funktion der Tauchrohre
- Zustand des Schlammsacks und der Schlammkammer
- Funktion und Zustand des Koaleszenzfilters (bei Ölabscheidern)
- Selbstabsperrventil (bei Ölabscheidern) — Funktion prüfen
- Konformität mit der Baugenehmigung und den aktuellen Normen
- Vollständigkeit des Betriebstagebuchs
- Lage und Zugänglichkeit der Anlage
So bereiten Sie den Abscheider auf die Generalinspektion vor
Ein häufiger Grund für Nachprüftermine ist keine defekte Anlage, sondern mangelnde Vorbereitung. Diese Punkte sollten vor dem Termin erledigt sein:
Zugänglichkeit sicherstellen
Der Abscheider muss frei zugänglich sein — keine verstellten Schachtabdeckungen, keine zugeparkten Zugänge. Der Fachkundige benötigt ungehinderten Zugriff auf alle Revisionsöffnungen.
Leerung und Reinigung vor dem Termin
Eine frisch geleerte und gereinigte Anlage lässt sich deutlich schneller und gründlicher prüfen als ein voller Abscheider. Planen Sie die reguläre Leerung möglichst kurz vor der Generalinspektion.
Betriebstagebuch vollständig bereithalten
Der Fachkundige sichtet die Dokumentation des zurückliegenden Prüfzeitraums. Lückenlose Einträge zu Eigenkontrollen, Leerungen und Wartungen beschleunigen die Prüfung erheblich.
Frühere Prüfprotokolle griffbereit haben
Frühere Generalinspektions- und Wartungsprotokolle helfen dem Fachkundigen, den Anlagenzustand im Zeitverlauf einzuordnen.
Die Generalinspektion selbst wird nach den anwendbaren Vorgaben von einem Fachkundigen durchgeführt — die technischen Grundlagen dazu liefern DIN 4040-100 (Fettabscheider), DIN 1999-100 (Ölabscheider) sowie ergänzend die AwSV. Teil der Prüfung ist auch die Dichtheitsprüfung der Anlage. Eine ausführliche Checkliste zur Vorbereitung finden Sie im Beitrag Generalinspektion: So bereiten Sie sich vor.
FAQ
Wie oft ist eine Generalinspektion Pflicht?
Die Generalinspektion wird durch einen Fachkundigen nach den anwendbaren Vorgaben durchgeführt — üblicherweise im Fünf-Jahres-Rhythmus, wie ihn DIN 4040-100 (Fettabscheider) und DIN 1999-100 (Leichtflüssigkeitsabscheider) vorsehen. Das konkrete Intervall kann von Anlagenart, Genehmigung und örtlicher Vorgabe abweichen. Sie ist nicht mit der AwSV-Prüfung durch Sachverständige anerkannter Sachverständigenorganisationen gleichzusetzen.
Was wird bei der Generalinspektion geprüft?
Geprüft werden: Dichtheit der gesamten Anlage, Funktion aller Komponenten (Tauchrohre, Schlammsack, Koaleszenzfilter), optischer Zustand, Übereinstimmung mit der Baugenehmigung, Vollständigkeit des Betriebstagebuchs sowie die Übereinstimmung mit der anwendbaren technischen Regel.
Was kostet eine Generalinspektion?
Die Kosten variieren je nach Region, Abscheidergröße und Prüfbetrieb. Typischerweise liegen sie zwischen 200 und 600 Euro für einen Standard-Fettabscheider. Dazu kommen Kosten für eventuelle Mängelbehebung.
Was passiert wenn die Generalinspektion nicht gemacht wird?
Fehlende Generalinspektion kann bei Behördenkontrollen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Im Schadensfall (z.B. durch defekten Abscheider) kann fehlende Prüfung die Haftung des Betreibers verschärfen.
Fachkundigen Prüfer für die Generalinspektion gesucht?
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